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"Mit uns ist zu rechnen!"

04.11.2019

Der große Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe fand vom 29. bis 31. August 2019 in Leipzig statt.

Leipzig. „Wir wollen nicht immer beschützt werden, wir wollen raus aus unserem Schneckenhaus. Lasst uns einfach mal machen. Wir sind die Experten für unser Leben.“ Das sagte Ramona Günther vom Bundesvorstand der Lebenshilfe, die gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt, MdB, den großen Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe in der Universität Leipzig eröffnet hatte. Vom 29. bis 31. August haben rund 500 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung darüber geredet und diskutiert, wie Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter stärker werden können. Zusammen mit den zahlreichen Unterstützern waren es insgesamt mehr als 700 Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Selbstvertretung heißt: Menschen mit geistiger Beeinträchtigung reden und bestimmen mit – in der Lebenshilfe und in der Gesellschaft. Ulla Schmidt erinnerte in ihrer Begrüßungsrede daran, dass Eltern behinderter Kinder die Lebenshilfe vor mehr als 60 Jahren gegründet und gemeinsam mit Fachleuten aufgebaut haben. 12.000 der bundesweit 123.000 Mitglieder sind heute Menschen mit Beeinträchtigung. Die Bundesvorsitzende wünschte sich, dass sich noch viel mehr von ihnen in der Lebenshilfe engagieren – vor Ort, in den Ländern und auf Bundesebene: „Die Lebenshilfe braucht Sie“, rief Ulla Schmidt den Kongress-Teilnehmern zu. „Damit aus einem Eltern-Verband mehr und mehr auch ein Selbstvertreter-Verband wird.“

Ramona Günther wohnt in Freudenstadt und ist 60 Jahre alt. Sie arbeitet in der Schwarzwaldwerkstatt für behinderte Menschen in Dornstetten und gehört seit vielen Jahren dem Werkstattrat an, in den Bundesvorstand der Lebenshilfe wurde sie 2008 gewählt. „Da sitze ich nicht nur rum. Ich sage dort als volles Mitglied meine Meinung und werde ernst genommen“, betont Ramona Günther. Sie macht auch deutlich, wie wichtig dabei eine verständliche, einfache Sprache für sie und die anderen Selbstvertreter ist: „Wer etwas nicht versteht, kann nicht mitreden und mitbestimmen. Man muss auch Zeit und Geduld haben, wenn man uns etwas erklärt. Das alles muss selbstverständlich in unserer Gesellschaft werden!“

Beim großen Selbstvertreter-Kongress der Lebenshilfe war leichte Sprache selbstverständlich: im Programm und in den 30 Arbeitsgruppen. Die SelbstvertreterInnen formulierten ihre Wünsche und Vorstellungen in der Leipziger Erklärung, die am Ende verabschiedet worden ist.

Auf der Webseite der Lebenshilfe gibt es noch viel mehr über Selbstvertretung, Informationen direkt vom Selbstvertreter-Kongress und natürlich die Leipziger Erklärung in Leichter Sprache.

Der Kongress wird gefördert von der BARMER und der Aktion Mensch.
Weitere Informationen: www.lebenshilfe.de/selbstvertretung/kongress/neues-vom-kongress/

Kontakt

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Bärbel Kehl-Maurer

Vorstand - Vorsitzende

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07021 97066-40
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